LiDO4 schafft den Sprung in internationale HPC-Rankings

Im Rahmen der ISC High Performance 2026 in Hamburg wurde LiDO4 auf Platz 417 der aktuellen TOP500-Liste aufgenommen. Damit ist zum zweiten Mal ein zentraler Linux-HPC-Cluster der TU Dortmund in einem der wichtigsten Rankings für Hochleistungsrechner vertreten, nachdem LiDO2 im Jahr 2009 den 255. Platz belegt hatte.
Die Platzierung unterstreicht die Leistungsfähigkeit der neuen Forschungsinfrastruktur, die im März 2026 offiziell eingeweiht wurde. LiDO4 stellt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der TU Dortmund sowie der FH Dortmund zentrale Rechenressourcen für rechenintensive Anwendungen zur Verfügung – insbesondere für Simulationen, datengetriebene Forschung und künstliche Intelligenz.
Die für die TOP500-Platzierung entscheidende Rechenleistung wird in erster Linie durch die GPU-Rechenknoten des HPC-Clusters erreicht. LiDO4 verfügt über 17 GPU-Rechenknoten mit insgesamt 68 Nvidia-H200-GPUs, die besonders für hochparallele Berechnungen, KI-Verfahren und datenintensive Anwendungen ausgelegt sind. Ergänzt werden sie um 110 CPU-Rechenknoten, insgesamt 7.680 Rechenkerne, 74 Terabyte CPU-Hauptspeicher sowie 10 Terabyte GPU-Hauptspeicher. Die gemessene Linpack-Leistung des Systems liegt bei 3,145 PFlop/s.
Auch in weiteren internationalen HPC-Rankings konnte sich LiDO4 gut platzieren: In der HPCG-Liste wurde eine Platzierung auf Rang 126 mit einer HPCG-Leistung von 46 TFlop/s erreicht. In der Green500-Liste, welche die Energieeffizienz von Supercomputern bewertet, wird LiDO4 auf Rang 47 mit einem sehr guten Wert von 52,6 GFlop/Watt geführt.
„LiDO4 ist fast neunmal so schnell wie sein Vorgänger LiDO3 und setzt neben klassischen CPU-basierten Simulationsanwendungen mit seinen GPU-Rechenknoten einen zweiten Schwerpunkt auf künstliche Intelligenz. Dass der Rechner nun in die TOP500-Liste aufgenommen wurde, zeigt, dass wir an der TU Dortmund eine moderne, international sichtbare HPC-Infrastruktur für aktuelle und künftige Forschungsfragen aufgebaut haben“, sagt Prof. Dr. Stefan Turek, Dekan der Fakultät für Mathematik der TU Dortmund, der LiDO4 gemeinsam mit Forschenden des Center for Data Science and Simulation (DoDaS) und Beschäftigten des IT & Medien Centrums (ITMC) beantragt hat.
LiDO4 wurde gemeinsam vom DoDaS und dem ITMC eingeworben. Gefördert wurde die Einrichtung des Hochleistungsrechners mit 4,5 Millionen Euro durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Land Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus wurden bereits weitere 900.000 Euro in Erweiterungen investiert, unter anderem zur Unterstützung der Research Center der Universitätsallianz Ruhr sowie des Lamarr-Instituts.
Neben der Rechenleistung wurde auch die Energieeffizienz des Systems in den Blick genommen. LiDO4 ist mit einer hocheffizienten Warmwasserkühlung ausgestattet. Das etwa 40 Grad warme Wasser nimmt die Wärme direkt dort auf, wo sie im Hochleistungsrechner entsteht, und führt sie ab. Perspektivisch soll die Abwärme des Systems auch zur Beheizung des Gebäudes an der Otto-Hahn-Straße 12 genutzt werden.
Zur Zeit befindet sich LiDO4 in der finalen Systeminstallation und soll in der zweiten Jahreshälfte in Betrieb genommen werden.
