Gemeinsame Veranstaltung: 18. Februar 2025
Die Folgeveranstaltung zu allen drei Digital Humanities Ruhr-Projekten fand am 18. Februar 2025 am Campus Dortmund statt, zu der alle dateninteressierten Lehrenden, Mitarbeiter:innen und Studierenden herzlich eingeladen waren. Dort ging es neben grundlegenden Digital Humanities Kompetenzen insbesondere um die Frage, wo die Verantwortlichkeiten liegen, wenn Algorithmen automatisierte Entscheidungen treffen. In einer Keynote gab Elisa Harlan vom SWR Data Lab Einblicke in die Arbeit im Bereich Algorithmic Accountability Reporting. Im Anschluss wurde die Zeit für den Austausch über den aktuellen Projekt-Stand und die Implementierung von Digital Humanities in die verschiedenen Studiengänge genutzt.
Weitere Informationen: henrike.weinerttu-dortmundde

Viele wichtige Entscheidungen werden heutzutage von Algorithmen getroffen. „Aber Algorithmen können fehlerhaft und diskriminierend sein“, sagt Elisa Harlan, Leiterin des SWR Data Labs, in ihrer Keynote bei einer Veranstaltung im Rudolph-Chaudoire-Pavillon der TU Dortmund. „Wie ein Algorithmus entscheidet, ist oft intransparent.“ Deshalb sei es wichtig, dass Journalisten darüber berichten.
Der richtige Umgang mit Daten wird auch für Geisteswissenschaftler immer wichtiger. Das Projekt „Digital Humanities Ruhr“ soll diese Schlüsselkompetenz in den Lehrplänen der Universitäten im Ruhrgebiet verankern. Bei dem Workshop am 18. Februar 2025 kamen Wissenschaftler*innen der TU Dortmund, der Universität Duisburg-Essen und der Ruhr-Universität Bochum sowie Studierende zusammen, um sich über die weitere Entwicklung des Projekts auszutauschen.
Nach einer Auftaktveranstaltung im Mai 2024 in Essen trafen sich die Projektteilnehmer*innen nun in Dortmund. An der TU geht es neben grundlegenden Kompetenzen der Digital Humanities insbesondere um die Frage, wo die Verantwortlichkeiten liegen, wenn Algorithmen automatisierte Entscheidungen treffen. Gastrednerin Elisa Harlan gab spannende Einblicke zur Arbeit des SWR und den Herausforderungen bei solchen Recherchen.
Nach der Keynote und Grußworten von Prof. Dr. Kornelia Freitag, Prorektorin für Lehre und Studium an der RUB, Prof. Dr. Stefan Rumann, Prorektorat für Studium, Lehre & Bildung an der UDE sowie Prof. Dr. Wiebke Möhring, Prorektorin Studium an der TU Dortmund ging es im Rahmen von „World-Cafés“ in den Austausch:
In kleinen Gruppen konnten die Forschenden Lösungsansätze entwickeln, wie sich Digital-Humanities-Kompetenzen besser in die Lehrpläne einbinden lassen. Dazu wurde zum einen die Frage diskutiert, welche Rahmenbedingen es für die Vergabe von Zertifikaten an den verschiedenen Universitäten gibt und wie sich diese zusammenbringen lassen. Dabei spielten sowohl die inhaltlichen Themen eines Zertifikats zu Digital Humanities als auch der jeweilige Umfang eine wichtige Rolle. Zum anderen wurde überlegt, wie die Angebote Studierende besser erreichen können. Dabei entstanden diverse Ideen wie etwa eine „Nacht der Zertifikate“ und mehr Sichtbarkeit in den sozialen Medien.
Abschließend stellten die drei Universitäten jeweils ihren Projektstand vor und reflektierten, wie sich das gemeinsame Ziel eines gemeinsamen Zertifikats umsetzen lässt.
Organisiert wurde die Veranstaltung von Christina Elmer vom Institut für Journalistik sowie von Katja Ickstadt und Henrike Weinert von der Fakultät Statistik.
Auftaktveranstaltung am 13.05.24
Die Auftaktveranstaltung zu allen drei Digital Humanities Ruhr-Projekten fand am 13. Mai 2024 am Campus Essen statt, zu der alle dateninteressierten Lehrenden, Mitarbeiter:innen und Studierenden herzlich eingeladen waren. Im Rahmen der Konferenz wurden Eindrücke zur Entwicklung des Felds von Digital Humanities gegeben und gemeinsam Perspektiven für die curriculare Verankerung von Angeboten diskutiert. Den Konferenzbericht zur Auftaktveranstaltung finden sie hier.
Welche Kompetenzen aktuell und zukünftig gefragt sind und was Gelingensbedingungen zur Implementierung von Lehr-Lern-Modellen im Bereich der Digital Humanities an Hochschulen sind, ist Gegenstand der Keynote für die Andrea Rapp, Professorin für Germanistik – Computerphilologie und Mediävistik an der TU Darmstadt, gewonnen werden konnte.
Weitere Informationen: henrike.weinerttu-dortmundde
Poster der Projektvorstellung am Tag der digitalen Lehre 2024

Übersicht zum Projekt
Der kompetente Umgang mit digitalen Werkzeugen, Infrastrukturen und Daten gewinnt in den Geisteswissenschaften sowie in weiteren Disziplinen an Bedeutung.
Die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund und die Universität Duisburg-Essen kooperieren im Projekt "Digital Humanities Ruhr" (DH Ruhr) im Rahmen des Vorhabens "Freiraum 2023" (Stiftung Innovation in der Hochschullehre) hierzu auf drei Ebenen:
- Konzeptionell werden gemeinsam Möglichkeiten der curricularen Verankerung von DH geprüft und erschlossen.
- Inhaltlich werden Module zur nachhaltigen Integration von DH (weiter-)entwickelt, in Studiengänge integriert, erprobt und evaluiert.
- Organisatorisch erfolgt eine studiengangs- und hochschulübergreifende Öffnung der Module.
Ziel ist die fachintegrierte und fachübergreifende Förderung von DH-Kompetenzen.
Teilprojekt „Digital Humanities Ruhr: Algorithmic Accountability an der TU Dortmund“
Worum gehts es?
In der datafizierten Welt spielt die automatisierte Nutzung von Daten eine immer größere Rolle, die in allen Disziplinen mathematisch-technische Kompetenzen erforderlich macht. Insbesondere in traditionell datenferneren Fachkulturen aus dem gesellschafts/geisteswissenschaftlichen Bereich ist es daher wesentlich, digitale Kompetenzen zu vermitteln, d.h. Digital Humanities zu adressieren. Dazu gehört auch ein Verständnis für die Funktionsweise, Limitationen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Algorithmen. Gleichzeitig ist es erforderlich, dass Data-Science-Akteure in der Lage sind, die technischen Hintergründe zu kommunizieren und angemessen auf Fehlvorstellungen oder Berührungsängste zu reagieren. Auf beiden Seiten müssen daher entsprechende Inhalte stärker in der Lehre verankert werden. Die TU Dortmund bietet hierfür mit dem interdisziplinären TU Dortmund Center for Data Science and Simulation eine optimale Struktur zur Zusammenarbeit in Forschung und Lehre. Gemeinsam mit Lehrenden der Journalistik und Statistik sollen interaktive Module entstehen, die experimentelle Zugänge zu Algorithmen ermöglichen, da viele gesellschaftlich und für die Lehrangebote relevante Algorithmen nicht zugänglich sind und sich somit bisher nur theoretisch behandeln lassen. Durch die Anbindung an das Data Competence Network der TU Dortmund und damit die Data Literacy Education aller drei UA Ruhr-Partner werden die Module zugänglich zur Nutzung durch weitere Lehrende, sodass Studierende an allen Standorten profitieren.